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Aktuelles

Vera Clemens, Softwareentwicklerin im Projekt NFDI4Health, wurde als erste externe Entwicklerin aus Europa in das Core Team des Dataverse Project der Harvard University aufgenommen. Im Interview spricht sie über die Hintergründe der Dataverse-Initiative, ihre neue Rolle und die Chancen für eine FAIRe Forschungsdatenlandschaft.

Eine junge Frau mit brauen Harren und Brille vor einem verschwommen Hintergrund.
Ihre Arbeit findet internationale Anerkennung: Vera Clemens zur externen Entwicklerin des Dataverse Project ernannt. Copyright: ZB MED

Mit ihrer Aufnahme in das Core-Team des Dataverse Project übernimmt Vera Clemens eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung einer globalen Open-Source-Plattform und stärkt die internationale Vernetzung von NFDI4Health. Wir haben sie eingeladen und ihr fünf Fragen gestellt:

1. Was ist das Dataverse Project, wann und von wem wurde es gegründet? 
Das Dataverse Project (https://dataverse.org/) ist eine Open-Source-Plattform für Forschungsdaten-Repositorien. Sie dient dazu, Forschungsdaten zu teilen, archivieren, zitieren, finden und analysieren. Institutionen können damit eigene Repositorien betreiben. Die bekannteste Instanz ist “Harvard Dataverse”. Gegründet wurde das Dataverse Project 2006 am Institute for Quantitative Social Science (IQSS) der Harvard University und wird seitdem primär von dieser Einrichtung gemeinsam mit der Open-Source-Community und dem Global Dataverse Community Consortium (GDCC) entwickelt. 

2. Was ist die (wissenschaftliche) Lücke, die das Dataverse Project adressiert und wie hilft Dataverse diese zu schließen? 
Dataverse schließt die Lücke zwischen wissenschaftlicher Publikation und den zugrunde liegenden Forschungsdaten. Es macht Daten zu einem eigenständig zitierbaren, auffindbaren, langfristig archivierten und wiederverwendbaren Forschungsoutput. Damit unterstützt es Open Science, FAIR-Prinzipien, Reproduzierbarkeit und die Anerkennung von Datenarbeit. 

3. Was bedeutet es genau Teil des Dataverse Core Team zu sein? Welche Aufgaben sind damit verbunden? 
Neben den hauptamtlichen Entwicklern des Projekts wird die Software kollaborativ durch die Open-Source-Community weiterentwickelt. Das Core-Team besteht aus langjährig aktiven Contributoren des Open-Source-Projekts, die enger in die Entwicklungsprozesse eingebunden sind. Dadurch wird eine tiefgreifende und strategische Verzahnung der gemeinsamen Arbeiten ermöglicht. 

4. Welche Schnittstelle gibt es zur NFDI? 
Der Health Study Hub, der im Rahmen von NFDI4Health entwickelt wird, basiert auf der Dataverse-Software. Darüber hinaus wird die Dataverse-Software auch in weiteren NFDI-Konsortien und Projekten eingesetzt. Im Rahmen der FDM.NRW-Interessengruppe Dataverse tauschen sich deutsche Dataverse-Anwender:innen und -Entwickler:innen regelmäßig aus. Derzeit sind weltweit 150 Dataverse-Installationen bekannt; davon befinden sich 73 in Europa. Damit liegt rund die Hälfte der dokumentierten Dataverse-Installationen im europäischen Raum. In Deutschland gibt es momentan 15 bekannte Dataverse-Installationen. 

5. Gibt es sonst noch etwas, dass zu diesem Thema wichtig ist? 
Dataverse ist international weit verbreitet und etabliert als Repositoriumssoftware für Forschungsdaten (Karte der Installationen). In NRW entsteht aktuell im Kontext von DH.NRW ein landesweites Repositorium für die Publikation wissenschaftlicher Forschungsdaten, das ebenfalls auf Dataverse basieren wird (DataPublication.nrw).